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09-04-2010
Interview mit Rhein-Neckar L÷we Andrej Klimovets vor dem Final Four: äWir werden Zńhne zeigenô
09.04.2010. Andrej Klimovets, 35 Jahre alt, kam 1998 zur SG Flensburg-Handewitt und gewann mit dem Verein dreimal den DHB-Pokal. Seit 2005 spielt der in Wei▀russland geborene Klimovets bei den Rhein-Neckar L÷wen. Mit seinem Verein schaffte der Handballprofi bereits die Etablierung des Teams von der zweiten in die erste Liga. Dort mischen die Rhein-Neckar L÷wen jetzt oben mit und k÷nnen an diesem Wochenende vom ersten Titel der Vereinsgeschichte trńumen. Was Klimovets auszeichnet, sind seine untypischen Merkmale als Kreislńufer: Seine besinnliche, ruhige Art vereint er spielerisch mit einer ńu▀erst robusten Vorgehensweise. Diese Eigenschaften machen ihn unglaublich stark auf seiner Position. Seinen sportlichen H÷hepunkt erlangte Klimovets 2007 mit dem Weltmeistertitel mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Annika Breutmann von Global MMK GmbH fŘhrte ein Interview mit Klimovets vor dem Lufthansa Final Four.

Sie werden als ein stiller, eher sanfter Zeitgenosse beschrieben und auch Interviews und ├Âffentliche Auftritte nehmen Sie eher selten wahr. Auf dem Spielfeld zeigen Sie jedoch ein ganz anderes Bild, dort sind Sie ein Mann mit Ecken und Kanten, wichtige Eigenschaften, die ein Abwehrstratege und Kreisspieler braucht. Aber woher kommt diese Zweiteilung?

Andrej Klimovets: Wissen Sie, ich bin ein ruhiger Mensch, der sehr viel Wert auf den Dialog und die Menschlichkeit au├čerhalb des Spielfeldes legt. Das geht auch nicht verloren, wenn ich auf das Spielfeld trete, aber dann bin ich zu 100 Prozent f├╝r meinen Verein und meine Mannschaft da. Dann verteidige ich mit allem was ich habe, um am Ende als Sieger heraus zu kommen.

Als Sieger stehen sie gerade nicht da. In der letzten Woche haben die Rhein-Neckar L├Âwen den Kreisl├Ąufer des VfL Gummersbach als Neuzugang f├╝r die n├Ąchste Spielzeit vorgestellt. Sehen Sie sich als Verlierer?

Klimovets: Nein, ich sehe mich auf keinen Fall als Verlierer. Ich hatte eine tolle Zeit hier und bin Realist. Ich wei├č, dass ich nicht mehr zu den J├╝ngsten geh├Âre. Ich finde es nur schade, dass man in Mannheim leider nicht mehr mit mir rechnet. Ich bin zu einer Zeit zum Verein gekommen, als dieser noch als SG Kronau-├ľstringen der Zweiten Handball-Bundesliga bekannt war. Zu einer Zeit, als nur ein paar Leute an das glaubten was heute passiert. Es ist schade, dass ich bei der Ernte der Saat von damals vielleicht nicht dabei sein werde.

Welche Ernte meinen Sie?

Klimovets: Naja, wir haben jetzt die M├Âglichkeit, auch gro├če Erfolge zu feiern. Wir haben eine Mannschaft mit einem tollen Gef├╝ge von Team und Trainer. Jetzt noch die Kontinuit├Ąt, dann ist hier viel m├Âglich. Ich werde alles daf├╝r tun, dass wir schon an diesem Wochenende vielleicht eine Titel├╝berraschung schaffen.

Sie spielen auf das Final Four in Hamburg an?

Klimovets: Ja. Wir haben in der Champions League toll gespielt und das Viertelfinale erreicht. Jetzt treten wir am Wochenende beim Final Four in Hamburg an. Dort ist alles m├Âglich und wir werden Z├Ąhne zeigen. Es w├Ąre sch├Ân, wenn wir die Leistung aus dem letzten Champions League-Spiel mitnehmen k├Ânnen und dann einen historischen Titel f├╝r die Rhein-Neckar L├Âwen einfahren. F├╝r mich w├Ąre es toll, wenn ich mich hier mit einem Titel f├╝r den Verein verabschieden k├Ânnte. Daf├╝r werde ich alles geben. Ich bin mir sicher, dass das mit dieser Mannschaft auch drin ist.

Ziehen Sie wehm├╝tig weiter?

Klimovets: Ja, denn ich bin stolz, bei dieser Mannschaft zu spielen. Ich kam hier her, um mit diesem Verein etwas zu erreichen. Ich lebe nun seit ├╝ber zehn Jahren in dieser Region und f├╝hle mich sehr wohl. Meine Familie und ich haben viele Freunde gefunden und jetzt geht diese Zeit langsam zu Ende. Das ist schade, denn ich h├Ątte mir auch vorstellen k├Ânnen, hier meine Karriere zu beenden. Aus diesen Gr├╝nden bin ich schon wehm├╝tig, ja. Aber so ist das Profigesch├Ąft. Jetzt nehme ich all meine Erfahrungen der letzten Jahre mit auf meinen letzten Vereinswechsel.

Wohin wird Sie der Weg f├╝hren?

Klimovets: Das ist noch offen, wir hatten ein paar Gespr├Ąche und hoffen, dass sich alles in den n├Ąchsten Wochen entscheiden wird. Noch ist alles offen. Aber eines ist sicher: Ich bin noch nicht raus aus dem Profileben und werde in meinen neuen Verein mit all meiner Erfahrung aus nationalen und internationalen Spielen voll einsteigen. Ich habe noch Ziele und die Kraft und den Willen, diese auch zu erreichen. Ich wei├č, dass ich noch etwas bewegen kann.

Welche Anspr├╝che haben Sie an Ihre Zukunft nach der Profikarriere?

Klimovets: Ich wei├č, dass f├╝r eine Mannschaft das Vertrauen in die F├╝hrung und eine kontinuierliche Linie in der Personalplanung ganz wichtig sind. Nur so kann die Mannschaft sich auf sich selbst und auf die eigene Leistung konzentrieren. Das sieht man deutlich bei den zurzeit erfolgreichen Teams in der Bundesliga. Ich will auch nach meiner Zeit auf dem Spielfeld Verantwortung bei meinem neuen Arbeitgeber ├╝bernehmen und helfen, erfolgreich zu sein. F├╝r die Zukunft ist mir sehr wichtig, dass meine Frau und mein Sohn in eine Umgebung kommen, in der wir uns alle wohlf├╝hlen k├Ânnen.

Mit 35 Jahren noch ein Wechsel, das ist doch ungew├Âhnlich?

Klimovets: (lacht), den Wechsel wollte ja nicht ich und je ├Ąlter der Wein...! Nein, im Ernst. Es ist wie es ist. Ich muss und werde mit der Situation zurechtkommen. Ich bin top fit. Ich denke, dass schon andere Spieler gezeigt haben, dass man in dem Alter noch eine wichtige S├Ąule sein kann. So gesehen habe ich noch vier Jahre auf hohem Niveau vor mir. Aber nat├╝rlich besch├Ąftige ich mich auch mit der Zeit nach dem aktiven Handball.

Was soll dann geschehen?

Klimovets: Dann werde ich mich voll f├╝r meinen neuen Verein einbringen, wie ich es immer getan habe. Ich hoffe, dass meine Ambitionen sich mit einem neuen Verein vereinbaren lassen.

Herzlichen Dank f├╝r das Interview und ich w├╝nsche Ihnen alles Gute f├╝r das kommende Wochenende.

Belegexemplar erbeten ÔÇô Abdruck honorarfrei.


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